The System

“Colophon:

You Can’t Fuck the System If You’ve Never Met One
Written in the middle of many nights, 2011 – 2012 by Casey A. Gollan.

Set in FF Dagny Web Pro by Örjan Nordling and Göran Söderström and Calluna by Jos Buivenga. The color palette consists of pre-determined, named browser defaults: white, gray, darkgray, magenta, red, yellow, turquoise, blue, and orange.

Media grabbed from all over and used without permission, because this is the internet.

This is probably a built up series of misunderstandings. I look forward to revising these ideas.”

Link | 12. 04.2012 |  

John Cage and Kirk Roland

Link | 11. 02.2012 |  

Ich gehe wie jedes Jahr nach Patmos zum Baden

Sie sprechen von dem „Rockefeller-Rothko“, der dann berühmt wurde?

Ja! Und das war ein Bild, das völlig am etablierten Rothko-Markt vorbeiging. Die wollten es alle dunkel – deprimierend, emotional . . . Unsere Mitbewerber sagten, es würde vielleicht dreißig Millionen Dollar erzielen. Aber wir haben eine Garantie von vierzig Millionen Dollar gegeben, weil ich sagte: Das ist der neue Markt! Wir produzierten einen weißen Katalog, rein weiß, ohne Farbe, weißer Ledereinband, nur dieses eine Werk abgebildet. Damit bin ich nach Hongkong gereist, habe das potentiellen Kunden gezeigt, und dann auch nach Russland – und von den fünf Bietern, die in der Auktion darauf geboten haben, hatte nur eine Person das Bild wirklich gesehen! Aber weil es reproduzierbar war, schöne Farben hatte, weil es die Provenienz von Rockefeller hatte, waren alle Kunden davon überzeugt. Und dann bringt das Bild 72,8 Millionen Dollar, das war bis dahin der höchste Preis für zeitgenössische Kunst in einer Auktion. Das können Sie jetzt noch auf Youtube finden, gehen Sie rein bei Sotheby’s und Rockefeller.

[FAZ: Interview mit Tobias Meyer, Direktor für zeitgenössische Kunst bei Sotheby’s]

Und ich ging rein bei Sotheby’s und Rockefeller:


Link | 7. 02.2012 |  

James Franco

haha!

[indirekt via stellavista]

Link | 9. 01.2012 |  

Clair de lune

# Lethargisierend den Neujahrstag verbracht. Kurzwanderung durch die graue Landschaft. Überall bräunlich aufgelöste Schmodderreste von Feuerwerkskörpern. Empathische Einkehr im japanischen Restaurant. Nudelsuppe bestellt, einmal S5 bitte. Da schwammen so Schweinefleischscheiben drin, die auf dem Speisekartenminifoto nach Press-Ei-Einlage aussahen. Kurz aufwallende, absurde Empörung darüber. Danke, Vegetarierlobby, for the Brainwash. # Auf dem Röhrenfernseher Dornröschen angeschaut. Dummerweise genau an der Stelle eingeschlafen, als gezeigt wurde, wie Dornröschen in den Besitz des Spinnrads kam, obwohl der barocke König doch alle Spindeln hatte konfiszieren, einsammeln und verbrennen lassen. # Gerade als ich meine Popjahresliste zusammenstellen wollte, die sowieso fast ausschließlich aus David Guetta, Lady Gaga und Give me one night in Ibiza bestanden hätte, wurde meine Popjahresliste in der Ultimativen Chartshow auf RTL von Rosi Mittermaier und Frauke Ludowig gar nicht mal so unklug kommentiert. Zusammenstellungsidee also direkt verworfen. # Alle Menschen sollten den Party Rock Anthem-Tanz von LMFAO beherrschen. # Wikipedia sagt: “Stefan Kendal Gordy ist ein Sohn von Motown-Gründer Berry Gordy, Skyler ist Berry Gordys Enkel, sie sind also Geschwister.” Hä? # Nachts in die Schlußszene von Frankie und Johnny reingezappt. Der sehnige Al Pacino ruft beim Midnight Radio an und wünscht sich Clair de Lune, während die knochige Michelle Pfeiffer auf der Toilette sitzt und sich die Zähne putzt. # Mal eine Dissertation abschreiben über den Einsatz von Clair de Lune im Film. # Wieder mehr schreiben.

Link | 2. 01.2012 |  

Antwerpen

Sonntags dann hinübergelaufen zum kürzlich eröffneten Museum am alten Hafen, um den herum alles neu gebaut und Altvorhandenes renoviert wurde. Alte Lagerhallen, in deren Obergeschossen sich nun Großraumbüros befinden. In den Erdgeschossen Cafés, Sushibars und Schnickschnackläden, in denen Leute wie ich sitzen, Cappuccino trinken und sich japanische Kugelschreiber in Neonfarben kaufen. Daran angrenzend ein Yachthafen mit Holiday-Inn-Hotels im Alexanderplatz-Style. Man will das alles nicht richtig schön finden, auch wenn man Antwerpen durchaus das Recht zugesteht, aus mehr als aus barocken Giebelhäuschen und Sechziger-Jahre-Apartmentbauten bestehen zu wollen.

Die populäre Hauptattraktion des neuen Museums stellt eine kostenlos zugänglichen Dachterrasse dar, die über mehrere Rolltreppen zu erreichen ist und sich vor allem bei Gehbehinderten und über Achtzigjährigen großer Beliebtheit erfreut. Alle schauen in Richtung historisches Stadtzentrum und zeigen sich gegenseitig Sehenswürdigkeiten, die sie auch von oben erkennen. Nur ich schaue zu dem weniger attraktiven Stadtteil hinüber, in dem sich mein Hotel befindet.

Im Lichthof und Raucherbereich meines sogenannten Apartmenthotels sitzen ukrainische Wanderarbeiter mit nacktem Oberkörper und spielen schweigend ein mir unbekanntes Brettspiel mit dominoähnlichen Steinen. Unsere heimliche Abmachung lautet: Wir grüßen uns nicht, lassen uns gegenseitig in Ruhe, finden uns weder sexy noch intellektuell interessant und werden uns nie wiedersehen. Ich durchquere zügig den Lichthof und fahre mit dem Aufzug nach unten. Vor dem Eingang sitzt die Frau aus der Rezeption mit ein paar Russen auf dem Boden und winkt mir zu. Ich winke zurück. Ungefähr so wie man jemandem zuwinkt, den man fünf Jahre nicht mehr gesehen hat. Es winkte einfach so aus mir heraus. Das Winken des Alleinreisenden.

Auf dem großen, von Bushaltestellen umstandenen Platz in der Nähe des Hotels steht ein Zirkuszelt und beschallt die Umgebung mit einer Blasorchesterfassung von “Lambada”. Zwischendurch brüllt jemand “hoppa hoppa” in ein Mikrofon. Um das Zirkuszelt herum spielen belgo-kongolesische und belgo-tunesische Kinder Fußball in der Dämmerung. Am Nebentisch im Straßencafe sitzen ein paar hereingentrifizierte Viertelintellektuelle mit legeren Sakkos und trinken eine spezielle Sorte Bier, die ich natürlich auch gerne bestellt hätte, wenn ich denn gewusst hätte, wie sie heisst. Aber normales Bier ist auch okay.

Sonntagmittag erwache ich in meinem Hoteldoppelbett, das ich nur zur Hälfte benutze. Ich überlege mir, ob es mich deprimieren soll, dass ich es nur zur Hälfte benutze. Man könnte sich auch mittig legen, um eine Komplettausnutzung des Bettes zu simulieren. Ich bilde mir ein, von draußen ein von Spielsteinen verursachtes Klickgeräusch zu hören. Könnte aber auch was anderes sein. Auf der breiten Armlehne des perlmuttfarbenen Kunstledersofas, das ich zum Nachttisch umgewandelt habe, liegen eine Eintrittskarte für die Oper, eine Wagamama-Rechnung und eine Streichholzschachtel mit dem Logoaufdruck der Kaschemme, die ich in der Morgendämmerung verlassen habe. Da war ich wohl gestern überall, ohne gepeinigt, ausgezogen, angefallen, abgewürgt oder gefressen worden zu sein. Gleich laufe ich hinüber, zum neuen Museum am alten Hafen.

Link | 31. 05.2011 |  

Roboter Petja und Roboter Wasja

Sie haben auch die Liquidatoren begleitet, also Soldaten, die die radioaktiven Trümmer nach der Explosion beseitigt haben. Wie sah deren Arbeit aus?

Die meisten radioaktiven Trümmer waren auf dem Dach des dritten Blocks gelandet. Da Roboter nicht funktionierten, wurden Menschen dorthin geschickt. Sie haben den radioaktiven Müll nur mit Schaufeln weggeräumt. Man nahm etwas davon auf die Schippe, rannte zum Block vier, kippte ihn in die Grube und rannte wieder weg. Wegen der extremen Strahlenbelastung dauerte eine Schicht 20 bis 40 Sekunden. In dieser Zeit schaffte man nur eine Aktion mit der Schaufel, dann musste man wieder runter und es kam der Nächste. Für den Einsatz bekamen sie eine Auszeichnung und 100 Rubel. Das waren damals maximal zehn Dollar. Pro Person gab es nur einen einzigen Einsatz. Dreieinhalbtausend Soldaten waren da auf dem Dach, einer Fläche von vielleicht 50 mal 50 Metern, grob geschätzt.

Und Sie selbst?

Der General, der den Einsatz auf dem Dach leitete, sagte zu mir, man bräuchte ein Bild vom Dach. Wir haben riesige Aufnahmen gemacht, zwei Meter groß, damit die Soldaten, wenn sie für 20 bis 40 Sekunden dort hinausrennen, gleich an die Stelle rennen können, wo der Müll liegt. Damit man die Soldaten nicht verheizt, sollte ich diese Bilder machen. Ich war fünf Mal dort oben und habe fünf Auszeichnungen bekommen, auf die ich stolz bin.

Wie viele Liquidatoren leben ungefähr noch?

An den Aktionen waren ungefähr 800.000 Menschen beteiligt. Es gibt keine offizielle Statistik, aber ich würde schätzen, dass etwa 30 Prozent nicht mehr unter uns sind. Es widert mich an, dass unser Land nicht in einer menschlichen Weise mit den Überlebenden umgeht. Mit denen, die praktisch mit ihren Händen viele Völker gerettet haben. Vor allem die, die auf dem Dach gearbeitet haben. Das war die gefährlichste Arbeit überhaupt. Damals hatte irgendein hohes Tier gesagt, er würde niederknien vor Roboter Petja und Roboter Wasja, wie die Liquidatoren genannt wurden. Sie waren Bio-Roboter.

[Interview in der Süddeutschen mit dem ukrainischen Fotografen Igor Kostin]

Link | 19. 03.2011 |  

Hamburg

# Ich habe jetzt genug Gerhard-Richter-Ausstellungen gesehen und kann endlich und bis an mein Lebensende damit aufhören. Vielen Dank, Gerd, es war schön mit Dir, aber andere Mütter haben auch schöne, schön malende, ein Meter siebzig große Söhne mit hellblauen Augen. In der Ausstellung “Gerhard Richter. Bilder einer Epoche” im Hamburger Bucerius Kunst Forum, getrennt geschrieben, außer mir noch viel ältere Menschen, die sich für Kunst interessieren und mit geleasten Audioguides durch die Ausstellung torkeln. Die Leute immer mit ihrer Manie, sich alles ständig erklären lassen zu müssen. Die Panik, womöglich mal etwas nicht komplett zu verstehen. Alles muss einem schön vorgelesen und schlüssig dargelegt werden, daher kommt dies, und das sollte eigentlich so, denn andere haben das nämlich auf diese Weise undsoweiter. Hauptsache man fängt nicht versehentlich damit an, sich mit etwas Gesehenem selbständig zu beschäftigen, so ganz ohne sonore Besserwisserstimme im Ohr. Es könnten ja Fragen offen bleiben, oder noch schlimmer: Zweifel könnten einem den ganzen wunderbaren polaren Sonnentag versauen. Zu den so genannten “unscharfen” Richter-Bildern möchte ich noch doof erwähnen, dass bereits die ebenfalls in Glasvitrinen aufwändigst zusammengetragenen Zeitschriftenvorlagenfotos [ich hasste sofort den Aha-Wiedererkennungseffekt, den ich aber auch schon zu oft gesehen hatte] eine nicht unerhebliche Unschärfe aufweisen. Außerdem verstehe ich generell und besserwisserisch unter “Epoche” [wie in "Bilder einer Epoche"] einen längeren Zeitraum als acht Jahre. Bei Picasso zum Beispiel nannte man sowas noch kleinkotzig “Phase”. Egal. Nein, doch nicht egal. Was soll das alles?

# Abends wieder abgeregt in die Laeiszhalle gerannt. Liszt-Klavierkonzerte mit Daniel Barenboim am Klavier und den Hamburger Symphonikern, dirigiert von Simone Young. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich noch nie eine Frau ein großes Sinfonieorchester habe dirigieren sehen. Im Jahr 2011. Mit etwas über 40. Der Gedanke und diese Tatsache beschämten mich so sehr, dass sich großer Weltschmerz gepaart mit vehementer Melancholie im Handumdrehen einstellten. Beste Voraussetzung für Klavierkonzerte. Haut dann rein wie Sau. Und als ich zusätzlich noch bemerkte, dass einige der Zuschauer in den hintersten Reihen des gegenüberliegenden ersten Rangs während des gesamten Konzerts vor ihren Sitzplätzen standen, um das Orchester und den Pianisten besser zu sehen, war ich davon so gerührt, dass ich Barenboims virtuose Liszt-Fingerchen nur noch in epochaler Gerhard-Richter-Manier verschwommen die Tastatur hinauf- und hinunterflitzen sah.

# Nachts las ich in meinem schäbigen Einzelzimmer im Hotel mit der schönen Fassade Virginia Woolfs “Die Wellen” und erfreute mich an ihrer verzirbelten Sprache:

“Die Sonne legte breitere Klingen über das Haus. Das Licht berührte etwas Grünes im Fensterwinkel und machte daraus einen Smaragdklumpen, eine Höhlung reinen Grüns gleich einer kernlosen Frucht. Es schärfte die Kanten von Tischen und Stühlen und bestickte weiße Tischtücher mit feinem Golddraht. Als das Licht stärker wurde, barst da und dort eine Knospe und schüttelte eine Blüte hervor, eine grüngeäderte, die bebte, als hätte die Anstrengung des Aufbrechens sie in Schwingungen versetzt und sie ließe ein leises Läuten ertönen, als sie mit zartem Klöppel an die weiße Wandung schlug. Alles wurde formlos weich, als verflüssigte sich das Porzellan der Teller und auch der Stahl der Messer. Unterdessen traf der Anprall der sich brechenden Wellen das Ufer mit dumpfen Schlägen wie von kollernden Baumstämmen.”

Link | 9. 03.2011 |  

1980

Kleiner Text von mir für Neue Probleme [war eigentlich für das neue Heft vorgesehen, das im Januar erscheinen sollte. Klappt aber irgendwie vorerst nicht.]

Link | 28. 01.2011 |  

Musik 2010

2010 sehr wenig Musik gehört, mich wenig für Musik interessiert, wenig Gutgeschriebenes über Musik gelesen. Vor allem funky-fröhliche Partymusik für junge Leute konnte ich aus privaten Gründen überhaupt nicht ertragen. Ich lag oft tagsüber stundenlang, missmutig und schlecht gelaunt im Bett, am Rande der Depression entlangschlitternd. Bauarbeiter hämmerten und nagelten im Hof herum, hörten während ihrer schlecht bezahlten Tätigkeit Formatradio, EinsLive oder ähnlichen Dreck. Fünzig Mal pro Woche, das ganze Jahr hindurch, egal wo man Musik hören musste, im Supermarkt, bei den Bauarbeitern im Hof, im Thai-Imbiss, auf Sat1, bei Karstadt, bei H&M und McDonald’s, lief dieser schreckliche, einfallslose und dumme Titelsong aus Zweiohrküken, der mir dann noch die letzte Lust am Popmusikhören vergällt hat. Nicht ganz, aber fast. Außerdem finde ich, im Gegenteil zu allen anderen und unabhängig von meiner muffeligen Jahresstimmung, dass 2010 überhaupt kein gutes, interessantes Musikjahr war. Selten so viel langweiliges, aufgebackenes, repetierendes Zeug gehört. Egal, ein paar Alben fand ich ganz gut, die stehen in Liste 1 und ein paar andere Alben waren gerade noch so ganz okay und erwähnenswert, die stehen in Liste 2. Und 2010 endlich wieder angefangen, viel Klassik zu hören, am liebsten Mahler, so traurig-bombastisch wie möglich. Der steht in Liste 3.

Ganz gut und oft gehört 2010:

Caribou – Swim
Vampire Weekend – Contra
Kanye West – My beautiful Dark
Gonjasufi: A Sufi and a Killer
Sufjan Stevens – The Age of Adz
The Drums – The Drums
New Young Pony Club – The Optimist
Flying Lotus – Cosmogramma

Mochte ich nicht so, aber ganz okay 2010

Hurts – Happiness
Beach House – Teen Dream
LCD Soundsystem – This is happening
Janelle Monae – The ArchAndroid
Gorillaz – Plastic Beach
Hot Chip – One Life Stand
Dirty Projectors & Björk – Mount Wittenberg Orca

Am liebsten gehört 2010

Gustav Mahler: 6. Sinfonie in a-Moll, dirigiert von Claudio Abbado
Gustav Mahler: 1. Sinfonie in D-Dur, dirigiert von Gustavo Dudamel
Gustav Mahler: 9. Sinfonie ohne Tonartbezeichnung, dirigiert von Pierre Boulez

Link | 30. 12.2010 |  

aha

Es kommt nicht darauf an, die Technik zu begreifen, man muß sie benutzen. Das Internet ist für mich die größte emanzipatorische Erfindung der Menschheit seit der Erfindung der Schrift. Ohne die vielen Möglichkeiten des Netzes wüßten wir von den meisten Menschenrechtsverletzungen gar nichts. Wenn die Frau des chinesischen Friedensnobelpreisträgers Hausarrest hat, dann wüßten wir nichts von ihr, könnte sie nicht twittern, und von den verfolgten Regimegegnern in Iran wüßten wir genausowenig. Es gibt immer jemand, der auf den Maschen des Netzes seine Melodie zupft und sie uns hören läßt. Es hat seit der Erfindung des Telegraphen und des Telefons nichts Vergleichbares gegeben, und das Netz schlägt diese Erfindungen ja noch, weil jeder mit jedem ganz nach eigenem Wunsch in Verbindung treten kann. Es ist ein verwirklichter Traum. Und jeder hat Zugang zu jedem. Ich bin eine begeisterte Anhängerin des Netzes. Und die schärfsten Restriktionen von Regierungen können immer auch von technisch Versierten umgangen oder ausgeschaltet werden. Das Netz ist demokratisch und subversiv zugleich. Es ist Gott.

[Elfriede Jelinek in einer E-Mail-Korrespondenz mit Rita Thiele, abgedruckt im Programmheft zu "Das Werk. Im Bus. Ein Sturz", Schauspielhaus Köln, 2010.]

Link | 25. 11.2010 |  

Mondo Cane

“Taken from the classic Italian documentary Mondo Cane (1962), directed by Gualtiero Jacopetti, Paolo Cavara and Franco Prosperi.” [Dieser Filmausschnitt war, glaube ich, schon überall verlinkt und eingebettet und ausgetwittert, aber trotzdem hier jetzt auch nochmal. Ich mag die Farben und wie die Abgefilmten etwas naiv und vorurteilsfrei mit der Kamera umgehen. Und trotz des leicht propagandistischen, nicht gerade deutschlandfreundlichen Untertons, kommt der bis heute existierende Typus des sich zusaufenden, eskapistischen Deutschen aus heutiger Sicht gar nicht mal so unsympathisch rüber.]

Link | 10. 06.2010 |