The perfect human

Jørgen Leth: The perfect human, Denmark 1967

[Jetzt erst The five obstructions von Lars von Trier und Leth gesehen, den mir H. empfohlen hatte. Und dadurch (leider) erst jetzt auf Jørgen Leth aufmerksam geworden, der im Obstructions-Film von Lars von Trier ein bisschen mit obstruktiven Filmaufgaben gequält wird. Interessant auch, weil man sich einbildet, Lars von Trier ein wenig kennenzulernen und ab jetzt die Einnahme von Wodka und Kaviar vor 12 Uhr mittags mit ihm verbindet.]

Link | 22. 01.2010 |  

Tasmanian Cave

Boltanski has agreed to live and work on camera for the rest of his life for a Big Brother-style intervention commissioned by the Tasmanian art collector David Walsh. “Four cameras will film me night and day in my studio. This will be streamed live to a cave in Tasmania where anyone can watch the action,” he says. The longer Boltanski lives, the more Walsh has to pay for the piece.”

[The Independent: Boltanski unveils his monuments to mortality]

Link | 14. 01.2010 |  

Todd’s Favorite Adult Actors and Their Favorite Flowers

Todd’s Favorite Adult Actors and Their Favorite Flowers is a zine by artist Zach Huelsing and writer Matt Kessler. This hand-assembled portfolio consists of a set of eight cards depicting adult film stars and their favorite flowers. The cards are designed to loosely mimic baseball cards, complete with appropriate stats and a fictitious anecdote about the collector’s imaginative run-ins with the actors.

What’s the inspiration for the new zine, Todd’s Favorite Adult Actors and Their Favorite Flowers? There’s got to be a good story there.

The inspiration for our new project is Zach’s massive porno collection. And my massive collection of flowers. We were just sitting around one day, I was looking at his pornos and he was watering my garden and we were like….wait a second.

[via jockohomo]

Link | 13. 01.2010 |  

Stretch Fabrics

Starting with $1,500.00 in severance pay and several bags of sample fabric, Raymond Dragon went on to create an eponymous internationally recognized fashion label. He first established himself within the gay community designing body conscious sportswear, and he is now recognized as a industry leader for having introduced stretch fabrics to men’s fashion. His strong, masculine appearance appealed to a gay audience, and his clothes accentuated the homoerotic physique.

Link | 13. 01.2010 |  

Doubt

Delphic: Doubt

[Das Video ist ein bisschen doof. Aber eigentlich sind alle Videos jetzt immer ein bisschen doof. Als ob sich das Medium “Musikvideo” überlebt hätte, was nun auch nicht gerade eine originelle Ansicht ist. Macht man eben. Gehört dazu. Das laden sich dann Schüler auf ihr Handy und die Alten posten das in ihr Blog. Und die Band kommt sich kreativ vor und freut sich, dass die Plattenfirma ein bisschen Geld investiert hat. Und ein ambitionierter Filmschulabsolvent leiert seine mühsam antrainierten CGI-Kenntnisse ins Avid rein und animiert ein paar Glastropfen und Metallspitzen auf die junge Haut der jungen Bandmitglieder. Und wenn der Filmschulabsolvent Glück hat, wird er von irgendjemandem dann noch richtiger entdeckt und darf einen TV-Spot für Renault machen. Oder für Apple oder für Müller-Milch. Aber eigentlich wollte ich nur sagen, dass mir die Band Delphic ganz gut gefällt. Auch wenn alle sagen, dass sie wie New Order klingen. Auch wenn man ab und zu liest, dass nach dem Achtziger-Revival nun das Neunziger-Revival beginnt. Ihre Musik klingt sehr britisch, was ich mag und schon vor zwanzig Jahren gerne mochte. Delphic kommen aus Manchester, ihr Album “Acolyte” kommt Ende Januar.]

Link | 13. 01.2010 |  

The Sandpiper

The Sandpiper, USA 1965 (Regie Vincente Minelli)
[der komplette Film als Youtube-Playlist]

Link | 4. 01.2010 |  

Symptommöbel

Schon vor Jahrzehnten hatte man beobachten können, daß das soziale Symptommöbel der Familie: der massive, in der Mitte des Zimmers stehende, die Familie um sich versammelnde Wohnzimmertisch seine Gravitationskraft einzubüßen begann, obsolet wurde, bei Neu-Einrichtungen überhaupt schon fortblieb. Nun erst hat er, eben im Fernsehapparat, einen echten Nachfolger gefunden; nun erst ist er durch ein Möbel abgelöst, dessen soziale Symbol- und Überzeugungskraft sich mit der des Tisches messen darf; was freilich nicht besagt, daß TV nun zum Zentrum der Familie geworden wäre. Im Gegenteil: was der Apparat abbildet und inkarniert, ist gerade deren Dezentralisierung, deren Exzentrik; er ist der negative Familientisch. Nicht den gemeinsamen Mittelpunkt liefert er, vielmehr ersetzt er diesen durch den gemeinsamen Fluchtpunkt der Familie.

[Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen, Bd. l, München 1983, S.105 f.]

Link | 4. 01.2010 |  

Günther Stern alias Günther Anders

Also sass er
drei Nächte lang und zwei nachtgleiche Tage
am Boden hockend, jedem nach Gebühr
die Ehre zu erweisen. Und verstiess
dann jedes Stück für immer.

[Aus den Tagesnotizen von Günther Anders, zitiert in einem Artikel von Marie Luise Knott über den ersten schriftstellerischen Versuch von Walter Benjamin, FAZ 02.01.10, nicht online.]

[Im März 1948 landen sieben Fässer in der New Yorker Dachmansarde von Günther Stern. Darin persönliche Gegenstände, Briefe, Brillen, Schlüssel und Dokumente seiner Eltern, die diese 15 Jahre zuvor – vor ihrer Emigration – aus Hamburg an ihre neue Adresse verschickten, aber zu ihren Lebzeiten nie erhalten haben. Stern findet darin ein Polterabend-Gedicht, das Walter Benjamin – Sterns Cousin – im Alter von sieben Jahren handschriftlich verfasst hat.]

Link | 4. 01.2010 |  

Lovink

Wer darf sich heute zur Netzavantgarde berufen fühlen?
Ich würde gerne sehen, dass es so etwas wie eine Netzavantgarde überhaupt gibt. Anfang der Neunziger konnte man vielleicht von einer solchen Bewegung sprechen. Da gab es Leute, die verstanden hatten, was für einen überwältigenden Einfluss das Internet auf die Gesellschaft haben würde.

Das dürfte heute keine besonders originelle Ansicht mehr sein.
Ja, aber wenige der Ideen, die damals entstanden sind, haben sich wirklich durchgesetzt. Einer der zentralen Gedanken der damaligen Zeit war die Veränderbarkeit der Identität. Die Internetkultur ist jedoch in eine völlig andere Richtung gegangen. Es geht heute im Netz um eine völlig einfache und konservative Form der Selbstdarstellung. Es ist so, als ob man sich ständig irgendwo bewerben würde. Das war so nicht gedacht. Man wollte damit viel spielerischer und kreativer umgehen.

Die Möglichkeit ist doch noch vorhanden.
Ja, aber sie wird nur von wenigen genutzt. Die sozialen Netze, die in den letzten Jahren aufgebaut worden sind, sehen in der Virtualität eine reine Kopie der realen Welt. Die Benutzer finden das prima. Das Netz ist eine Tragödie der Selbstrepräsentation.

[FAZ: Interview mit Geert Lovink. Lovink, auch so eine Webperson, die mich meine Internetzeit hindurch mit Interviews begleitete. Wenn ich mich richtig erinnere, redete er fast nie Quatsch und hat so einen sympathischen unbusinesshaften Web-Approach, der das Internet nicht als permanente Geschäftsidee oder Eigen-PR-Schrein definiert, schätzt und wahrnimmt.]

Link | 4. 01.2010 |