Renoir and Monet painting, Degas walking

Ich esse Gulaschsuppe und schaue mir dabei ein paar Filmsequenzen mit Renoir, Degas und Monet an, die Sacha Guitry 1915 in Frankreich gedreht hat. Wahrscheinlich bin ich der einzige Mensch auf der Welt, der das in dieser Kombination macht. Also Gulaschsuppe essen und RenoirDegasMonet anschauen. Auf den ersten Blick sehen Renoir, Degas und Monet ungefähr gleich aus. Alte Männer mit langen weißen Bärten, die unentwegt rauchen. Renoir dirigiert etwas herrisch seinen Assistenten herum und malt eines seiner nicht ganz so schönen Spätwerke, über die Werner Spies einen schönen Artikel geschrieben hat. Degas hatte vermutlich keinen Bock, bei der Arbeit gefilmt zu werden, was ihn mir sehr sympathisch macht. Damals als alter, renommierter Künstler gefragt zu werden, ob man denn vielleicht etwas dagegen hätte, beim Malen gefilmt zu werden, entspräche heute vielleicht der Anfrage von Spiegel-TV, ob man an einer Doku-Soap teilnehmen möchte. Mit begleitendem Blog, Community-Einbindung, User-Kommentaren und tausendmaliger Internetaufforderung “Diskutieren Sie mit”. Und Monet steht in einem weißen Anzug tatsächlich an einem Seerosenteich und malt den ab, was einem heute, fast hundert Jahre später, wie das Klischee eines Klischees vorkommt.

Link | 26. 09.2009 |