47 Filme 2009

47 Filme, an die ich mich erinnern kann und die ich 2009 im Kino oder auf DVD gesehen habe:

+ + + Revanche (Spielmann)
– + + Inglorious Basterds (Tarantino)
+ + + The Hurt Locker (Bigelow)
+ + + Public Enemies (Mann)
+ + + Antichrist (von Trier)
– + + Jerichow (Petzold)
– – + 2012 (Emmerich)
– + + Savage Grace (Kalin)
+ + + Caché (Haneke)
+ + + Somersault (Shortland)
– – + Der seltsame Fall des Benjamin Button (Fincher)
+ + + Der Knochenmann (Murnberger)
– + + Im Winter ein Jahr (Link)
+ + + Women in Love (Russell)
+ + + Entre les murs (Cantet)
– + + I Shot Andy Warhol (Harron)
– – + Australia (Luhrmann)
– – – The WIZ (Lumet)
– + + Road to Perdition (Mendes)
– – + Anonyma (Färberböck)
– – + Brügge sehen… und sterben? (McDonagh)
– + + Coeurs (Resnais)
– + + Söhne (Ozon, Bedjaoui)
– + + The Motorcycle Diaries (Salles)
– + + Fright Night (Holland)
– + + Y Tu Mama Tambien (Cuarón)
+ + + 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage (Mungiu)
+ + + Yella (Petzold)
+ + + Gerry (Van Sant)
– – + Burn After Reading (Coen)
– + + Vergiss mein nicht! (Gondry)
– + + Inside Man (Lee)
– – + Helden der Nacht (Gray)
+ + + Zimmer mit Aussicht (Ivory)
– + + Velvet Goldmine (Haynes)
– – – Filth and Wisdom (Madonna)
+ + + Les Chansons d´amour (Honoré)
– – + Im Tal von Elah (Haggis)
+ + + Science of Sleep (Gondry)
– + + Princesas (León de Aranoa)
+ + + Criminal Lovers (Ozon)
– + + München (Spielberg)
– – + Schiffsmeldungen (Hallström)
+ + + Dem Himmel so fern (Haynes)
– + + Von Löwen und Lämmern (Redford)
– + + Gosford Park (Altman)
– – + Insomnia – Schlaflos (Nolan)

Link | 31. 12.2009 |  

Musik 2009

Zwanzig Platten 2009 [die ich in diesem Jahr viel gehört habe, in keiner Rangreihenfolge]

Who Made Who – The Plot
Sufjan Stevens – BQE
The XX – XX
Pet Shop Boys – Yes
Whitest Boy Alive – Rules
Yacht – See Mystery Lights
The Phenomenal Handclap Band – The Phenomenal Handclap Band
The Dirty Projectors – Bitte Orca
Basement Jaxx – Scars
Phoenix – Wolfgang Amadeus Phoenix
Telepathe – Dance Mother
Miike Snow – Miike Snow
Passion Pit – Manners
Washed Out – Life of Leisure
Grizzly Bear – Veckatimest
Animal Collective – Merriweather Post Pavilion
Wild Beasts – Two dancers
Dan Black – Un
Lady Gaga – The Fame
Jay-Z – The Blueprint 3
Empire of the Sun – Walking on a Dream

Reinhören kann man hier: blip.fm

Link | 17. 12.2009 |  

Fünf Absturzsongs 2009

Bester Remix-Absturzsong

Phoenix – Lisztomania (Holy Ghost! Remix)

Schlimmster Lieblings-Absturzsong

Pitbull – I Know You Want Me

Pathetischster Lieblings-Absturzsong

Empire of the Sun – We are the People

Am wenigsten gespielter Lieblings-Absturzsong

Kanye – Paranoid

Deepster Lieblings-Absturzsong

Trickski – Lost Jams – Surprises (Track 1)

Link | 16. 12.2009 |  

HPY?

hpy

Link | 14. 12.2009 |  

L’Avventura

Ulrich Gregor erzählte in seiner Einführung zu Antonionis L’avventura, dass der Film damals, 1960 in Cannes, beim Publikum komplett durchgefallen war [Buhrufe, Zuschauer verließen während der Vorführung den Saal etc.]. Antonioni war darüber zutiefst enttäuscht, betrübt, verletzt, und weder die Goldene Palme noch Ulrich Gregor, der ihn damals in Cannes bewundert und interviewt hat, konnten ihn darüber hinwegtrösten [Wie toll das gewesen sein muss, damals bei der Premiere von L’avventura dabeisein zu dürfen und im Anschluß auch noch Antonioni zu interviewen]. Als der Film dann in Deutschland anlief, in einer um 40 Minuten gekürzten Fassung [unglaubliches Kulturverbrechen], ähnliche Publikumsreaktionen. Die Zuschauer konnten einfach nicht verstehen, warum eine der Hauptfiguren mitten im Film verschwindet, nie wieder auftaucht und ihr Verschwinden nicht aufgeklärt wird. [Nunja, das war vor bald fünfzig Jahren und der gewöhnliche Zuschauer war eine solche Erzählstruktur einfach nicht gewohnt oder wollte sich nicht darauf einlassen. Wäre heute leider und wahrscheinlich nicht mal groß anders. Dabei ist der Plot doch total super. Sofort totalen Hass auf fiktive deutsche Kinogänger des Jahres 1960 verspürt und Lust bekommen, meine Eltern direkt mal anzurufen und stellvertretend zur Sau zu machen.] Ulrich Gregor las dann noch etwas zu lange aus alten Kinokritiken vor und meinte dann zum Schluss, er wäre gespannt, ob ihn der Film heute noch immer so packt. [Leider hat man das dann nicht mehr erfahren, ob ihn der Film noch immer so gepackt hat. Mich auf jeden Fall schon.] Der Kinosaal war voll bis auf den letzten Platz, alle in Berlin lebenden Italiener über sechzig mit Gehbehinderung schienen anwesend zu sein und lachten sich an einigen Stellen des Films schlapp [Konnte man als Deutscher, und wahrscheinlich auch als Engländer oder Amerikaner, nicht so recht nachvollziehen, die Szenenlustigkeit. Aber italienischen Humor verstehe ich sowieso nicht.] Bei Monica Vitti [wie hier schon tausendmal erwähnt: die beste, tollste, bestaussehendste Schauspielerin aller Zeiten] dann aber leider doch einen leichten Hang zum Overacting feststellen müssen. [B. nahm sie in Schutz und meinte, das hätte Antonioni bestimmt so gewollt. Glaub ich aber nicht.] Mich dann noch im Foyer am Büffet mit den gesponsorten Leberwurststullen der Trattoria Soundso gefragt, in welchen Regisseuren etwas Antonionihaftes heute noch weiterlebt. Das Langsame, das nichterzählerische Erzählen, das Dokumentarisieren von Architektur und Natur, der melancholisch-biestig-schweigende Frauentypus [ein sehr verklärtes, männlich-heterosexualisiertes Frauenbild]. Petzold, Haneke und Lynch vielleicht. Aber eigentlich gefällt mir Antonioni als Filmgeschichtsmonolith, ganz unweiterlebbar und unnachahmbar, am besten. [Noch bis Mitte Januar ist die bis auf ein paar Kurzfilme komplette Antonioni-Retrospektive im Berliner Arsenal zu sehen.]

Link | 9. 12.2009 |  

No strings attached

Pascual Sisto: No strings attached
[Aua, der arme Monobloc. Via Doug Couplands Twitter]

Link | 29. 11.2009 |  

We walk

The Ting Tings: We walk

[Mag den Text über das Gehen, das Laufen, weil ich seit ein paar Monaten wieder viel zu Fuß gehe und weniger radfahre. Komme mir dabei so schön entschleunigt vor. Manchmal noch nostalgische Flashbacks an Zeiten vor zehn Jahren oder noch früher, als ich meistens mit dem Auto unterwegs war. Nachts in die Kneipe mit dem Auto. Damals vollkommen normal. In der heutigen Vernunfts- und Verbotswelt, der man sich irgendwie unterworfen hat, kaum mehr vorstellbar. Erinnerung an den spanischen Freund, der vor zwanzig Jahren die Idee proklamierte, wenn man schon ein Auto besäße, müsste man damit auch zum Bäcker um die Ecke fahren.]

Link | 16. 11.2009 |  

Maysa

1960 trat Maysa im japanischen Fernsehen auf und rauchte dabei ein bisschen.

Maysa: Meu Mundo Caiu

O uso de álcool e moderadores de apetite deixavam seu temperamento instável. Foram conhecidos os escândalos que promoveu em hotéis e aviões de diversos países. Tentou o suicídio várias vezes. Supõe-se que o efeito de anfetaminas somado à ingestão de álcool, teria provocado o acidente de carro, na Ponte Rio-Niterói, que a matou, quando dirigia a “Brasília azul” em alta velocidade, indo para sua casa de praia em Maricá, litoral fluminense.

[Wikipedia]

Link | 15. 11.2009 |  

Android Apps

Achtung, langweiliger Eintrag für Smartphone-Hasser. Aber da ich irgendwo gefundene Auflistungen mit nützlichen, guten Apps für Android-Mobiltelefone immer sehr hilfreich fand, hier eine Auswahl von kostenlosen Apps, die ich auf meinem Samsung Galaxy nutze:

3banana: Notiz-App (Cloud, also auch am Computer benutzbar, Sync-Funktion)
AndFTP: FTP-Client
A Online Radio: Webradio-Client
Aldiko: E-Book-Reader (für epub-Format)
Aloqa: Standortnahe Geldautomaten, Kinoprogramme, Theater, Call-a-Bike-Fahrräder usw. auf Google-Maps anzeigen
APNdroid: Online-Verbindungs-Schnellabschalter
Apps Organizer: Apps in Gruppen zusammenfassen und als Gruppe auf dem Screen platzieren
Astro: File-Manager
Beelicious: Delicious-App
Berlin City: U-Bahn/S-Bahn-Plan Berlin
Cab4me: Taxistände auf Google-Maps anzeigen, Telefonnummern von Taxiunternehmen
Documents To Go: Word/Excel/Powerpoint-Dokumente anzeigen (free) und bearbeiten oder erstellen (Bezahlversion)
Ethereal Dialpad: Synthesizer-Rumspiel-App
Flashlight: Taschenlampe
FahrplanDE: DB-Zug-Auskunft
Flyscreen: Zehn rüberwischbare und bestückbare Screens anstelle des Lock-Screens
GDocs: GoogleDocs-App
Google Sky Map: Sternenhimmel-Rumspiel-App
Handy Porto: Briefkästen auf Google-Maps anzeigen und sauteuere Handybriefmarken kaufen
iSearch: Verschiedene Suchdienste abfragen (inklusive imdb)
Last.fm: Last.fm-Player
Layar: Augmented-Reality-App mit Supermarktsuche, Mietwohnungssuche, archInform-Guide, Wikipedia, etc.
NewsRob: Google-Reader-App
Note Everything: Notiz-App (lokal) inklusive Foto, Voice Recording etc.
Open Search: Verschiedene Suchdienste abfragen
Paperdroid: Read-it-later-App mit Artikeldownload zum Offline-Lesen (Cloud)
Programm Manager: TV-Programm
Shazam: Musikerkennungs-App
Star Translate: Übersetzung zwischen x Sprachen mit Sprachausgabe
TasKiller: mehr Arbeitsspeicher durch Schließen im Hintergrund laufender Apps
Twidroid: Twitter-Client
Useful Switchers: One-Click-Umstellung 2G/3G/WiFi/GPS/Silent Mode
Voice Recorder: recordet die Voice
Wapedia: Diverse Wiki-Abfragen
Weather Widgets: Standortbezogene Temperaturanzeige, Wettervorhersage
Wifi Insomnia: WiFi bleibt auch im Sleep-Modus an
Wikitude: Augmented-Reality-Shit
wpToGo: WordPress-App
Spiele: Chess, Klondike Solitaire, Labyrinth Lite, Mastermind, Trap, Mental Maths, Maths Workout

Link | 15. 11.2009 |  

The rest is noise

The rest is noise, die sehr gute und feuilletonistisch erzählte E-Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts von Alex Ross, ist nun auch bei Piper in deutscher Übersetzung erschienen. Auf der Verlagsseite findet sich folgende als Pressestimme des Deutschlandfunks verkleidete Frage:

Warum nur kann ein deutscher Autor nicht so erzählen wie Alex Ross?

a) Es gäbe sicherlich deutsche Autoren, die so erzählen könnten wie Alex Ross. Aber welcher Verlag würde dafür ein angemessenes Honorar bezahlen, wenn man nicht gerade ehemalige Viva-Moderatorin, Deutsch-Rapper oder renommierter Feuilletonredakteur in Festanstellung ist?
b) Den deutschen Verlag möchte ich außerdem sehen, der sich länger als fünf Minuten mit dem Gedanken trägt, eine siebenhundertseitige Musikgeschichte der E-Musik in sein Programm aufzunehmen.
c) Natürlich findet sich dann ein Verlag, wenn die siebenhundertseitige Musikgeschichte in den USA bereits ein Bestseller war.
d) Angenommen, ein deutscher Verlag ginge das ungeheure Wagnis ein, dann wahrscheinlich nur unter folgenden Voraussetzungen: Autorenhonorar 8000 Euro, Abgabetermin in fünf Monaten.
e) Welcher Autor, der eventuell so schreiben könnte wie Alex Ross, hätte Lust, sich darauf einzulassen? Es sei denn, er hat ein wahnsinniges Ego, dem noch die Buchveröffentlichung zur Extra-Selbstbestätigung fehlt, oder er ist, wie Alex Ross, beim New Yorker festangestellt und entsprechend finanziell abgesichert.
f) Andererseits: für 8000 Euro müsste ein freier Journalist 50 Artikel für überregionale Tageszeitungen oder 250 Artikel für die Spex schreiben. Dann vielleicht doch lieber ein genauso schlecht bezahltes Buch.
g) [Sorry für den Rant. Bin zur Zeit mal wieder extrem vom prekären Schreiberdasein angepisst.]

Link | 12. 11.2009 |  

Musicvision Phoenix

“MUSICVISION PHOENIX is twenty tracks that changed our lives”, with Thomas Mars, Deck d’Arcy, Laurent Brancowitz, Christian Mazzalai, a film by Guillaume Delaperriere. [via 78s]

Link | 29. 10.2009 |  

Sala de espera

Im Wartezimmer rumgesessen, das nicht ohne Grund so heißt. Man sitzt da und wartet und alle Mitpatienten, die nach einem gekommen sind, werden vor einem aufgerufen. Sofort kommt man in diese Hart-aber-fair-Anne-Will-Pseudorevolution-für-Totaldoofe-Stimmung: Zwei-Klassen-Medizin hautnah, heisst das Spiegel-TV-Feature, in dem ich sitze. Ich mache den Faktencheck und bin mir mein eigener Protagonist. Alle anderen sind Privatpatienten, außer mir und Mutti und nochmal ich. Ich warte. Auf Grund der Warteerwartung schon vorsorglich ein Buch mitgenommen, um nicht Lesezirkelzeitschriften anzuschauen. Dann aber doch in die Versuchung geraten, den Stern durchzublättern. Sofort in bleierne Müdigkeit und Hirnlähmung und Totalödnis verfallen. Ein Reportagenfoto mit einem Fischschwarm und ein paar Porträts von Müller-Westernhagen mit seiner großzahnigen Tochter Mimi oder Mini oder Milli. Dazwischen so etwas ähnliches wie Texte. Unlesbar, todlangweilig wie ein Dienstagnachmittag um vierzehn Uhr. Jetzt werde ich aufgerufen. Herr Mlrm bitte ins Zimmer rechts. Der Arzt praktiziert nach dem Zweizimmersystem und wenn man dann endlich im Zimmer rechts sitzt, heißt das, dass man noch sehr lange wartet, weil der Herr Doktor sich im Zimmer links noch ganz ausführlich und besonders lange um den vor mir aufgerufenen wahrscheinlichen Privatpatienten XY kümmert. Um nicht nichtstuend auf herumliegende Arztgeschenke der Pharmaindustrie zu starren, Kugelschreiber, Notizblöcke, Briefbeschwerer, dann doch zum Buch gegriffen, das mich sofort zulaberte. Während sich der Laberschwall über mich ergoß, kurz die Panik entwickelt, der Arzt könnte jeden Augenblick ins Zimmer hereinstürzen, sähe mich lesend und nähme dies zum Anlass, mich in ein Buchgespräch zu verwickeln. Da ich mir aber absolut sicher war, dass mein sehr netter, auf Mykonos Urlaub machender Arzt noch nie etwas vom Laberautoren gehört hatte, erfüllte mich die Buchgesprächsvorstellung mit besonderem Schrecken. Buch also schnell weggepackt und mich weiter reingesteigert. Was lesen Sie da? Von wem? Worum geht’s? Nein, das ist kein Roman. Der Autor, den Sie nicht kennen, hat auch Medizin studiert, wie Sie. Nö, er praktiziert nicht. Geht um, hmm, ähm, weiß nicht, um eine Beobachtungsmanie, wenn Sie verstehen, was ich meine. Nein? Schade, dann rattern wir doch mal kurz mein so genanntes großes Labor durch. Alles okay? Wunderbar und noch eine letzte Frage, eigentlich sogar die einzige: Stichwort Krankenkassenwechsel zum Jahresende, any suggestions, wie wir auf Twitter immer sagen, wenn man zu wenig Restzeichen hat, um normale Sätze zu formulieren? Nö, sagt der Arzt, alles egal. Ich krieg immer und von jeder gesetzlichen Kasse nur 36,80 € pro Patient pro Quartal, egal wie oft der hier sitzt. Verstehe, danke für den Tipp, das erleichtert die Entscheidung enorm und viel Spaß auf Mykonos.

Link | 28. 10.2009 |